Z(w)eitzeugenprojekt

Samstag 19. Mai 2018 von Christian Wolf

Artikel aus der Schwäbischen Zeitung vom 15. Mai 2018

Einen Scheck über 3075 Euro hat das Team der Kinderbörse Laupheim dem Projekt „Z(w)eitzeugen“ der Friedrich-Uhlmann-Gemeinschaftsschule und der Anna-von-Freyberg-Grundschule überreicht.

„Das ist ein starker Betrag“, lobte Oberbürgermeister Gerold Rechle das Team der Kinderbörse. Das Projekt der zwei Laupheimer Schulen sei eine tolle Sache. In Zusammenarbeit mit dem Verein Heimatsucher e. V. haben sich die Schüler im Februar mit dem Thema Holocaust auseinandergesetzt. Der Verein Heimatsucher interviewt hierzu Zeitzeugen, dokumentiert ihre Geschichten und erzählt sie in Schulklassen und Ausstellungen weiter. Der Verein will junge Menschen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit stark machen.

Auch die beiden Schulsozialarbeiterinnen Birgit Gutmann (Friedrich-Uhlmann-Schule) und Tanja Conde (Anna-von-Freyberg-Schule) zeigten sich immer noch ganz ergriffen von dem Projekt. „Ich hätte nicht gedacht, dass es auch in der Grundschule so gut ankommt“, fasste Gutmann zusammen. Auch die Grundschüler wüssten bereits viel über das Thema, jedoch müsse das Wissen noch richtig eingeordnet werden. Es sei wichtig, über Ausgrenzung und Diktatur zu sprechen. Ganz schnell sei man da auch beim Thema Mobbing. „Es war schön zu sehen, wie sich auch sonst nicht so engagierte Schüler plötzlich ganz rege am Projekt beteiligten“, berichtete sie.

Auf einem Vernetzungstreffen hatte Birgit Gutmann den Verein kennengelernt; sie war von seiner Arbeit sofort überzeugt. Gegen Ende des Projekts verfassen die Schüler Briefe, die den Holocaust-Überlebenden zugestellt werden. „Lieber Rolf, ich bin von deiner Geschichte sehr gerührt. Und frage mich, wie Menschen so grausam sein können! Ich finde es so schade, dass du diese Zeit miterleben musstest!“, schreibt zum Beispiel Nick aus der sechsten Klasse.

Bis heute würden die Schülerinnen und Schüler immer wieder nachfragen, berichtet Birgit Gutmann. Viele ergreifende, aber auch lustige Briefe seien entstanden. Ihr Dank geht an die Kinderbörse Laupheim und den kommunalen Präventionspakt des Landkreises Biberach. Dank der Spende des Kinderbörse-Teams sei eine Fortführung des Projekts im nächsten Schuljahr gesichert. Die Friedrich-Uhlmann-Gemeinschaftsschule und voraussichtlich auch die Anna-von-Freyberg-Grundschule werden in Bälde Kooperationspartner des Vereins Heimatsucher.

 

 

Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 19. Mai 2018 um 10:23 und abgelegt unter Allgemein. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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